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gesunder Spitzkohl – das unterschätzte Sommergemüse

25. August 2016

Manchmal überrascht mich meine Mutter mit guten Ideen, auf die ich von selbst nicht gekommen wäre.

Als ich letzte Woche nach Hause fuhr, war es der Spitzkohl.
Ich war schon kurz davor, einen Vortrag über saisonales Gemüse zu halten.

Doch dann habe ich recherchiert und siehe da: der Spitzkohl hat gerade Saison.

Eigentlich verbindet man mit Kohl ja kalt-nasses Wetter und Bodenfrost.
Aber Spitzkohl bekommt man beinahe das ganze Jahr über.
Die erste Ernte erfolgt in Deutschland schon im Mai.
Zwar bekommst du Spitzkohl noch bis in den Dezember hinein, aber besonders zart ist er im Frühling und Sommer.

Spitzkohl sieht mit seinen lockeren Blättern und der Kegelform nicht nur anders aus als seine größeren Verwandten, er ist auch im Geschmack feiner.
Er reiht sich dezent irgendwo zwischen dem Geschmack von Wirsing, Blumenkohl und Nüssen ein. Besser kann ich es nicht beschreiben.

Wie wir später noch sehen werden, ist er dazu auch noch verträglicher als die meisten anderen Kohlsorten.

Früher wurde Spitzkohl oft zu Sauerkraut verarbeitet.
Aber im Handel finden wir das heute kaum noch, weil sich Weißkohl maschinell besser verarbeiten lässt.
Zum Glück kannst du Sauerkraut aus Spitzkohl ganz leicht selbst herstellen.

gesunder Spitzkohl

Auch wenn ich Spitzkohl super lecker finde, ist nicht jeder Fan des Kohlgeschmacks.

Warum du Spitzkohl trotzdem in deine Ernährung aufnehmen solltest, wird dir spätestens dann bewusst, wenn du dir die Nährwerte anschaust.

Denn 100 g Spitzkohl ist zwar schon sehr sättigend, bringt aber nur 20 Kalorien auf den Teller.
Er besteht beinahe zu gleichen Teilen aus Eiweiß, Kohlenhydraten und Ballaststoffen.
Fett ist dagegen kaum enthalten.

Wie die meisten grünen Blattgemüsesorten liefert auch Spitzkohl eine Menge Vitamin K, das eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung, dem Knochenstoffwechsel und der Zellwachstumsregulierung spielt.

Daneben sind aber auch Beta-Carotin und die B-Vitamine gut vertreten.
Zwar enthält Spitzkohl auch reichlich Vitamin C, aber dieses liegt vor allem in Form von Ascorbigen vor.
Das ist eine Vorstufe von Vitamin C und wird erst durch Erhitzen zur Ascorbinsäure.
Gekocht kannst du mit einer Portion Spitzkohl locker deinen Tagesbedarf an Vitamin C decken.

Klingt zwar unwahrscheinlich, aber das Vitamin C geht beim vorsichtigen Erwärmen nicht verloren.
Dadurch ist der Spitzkohl auch im Winter ein echtes Highlight.

Durch die vielen Ballaststoffe und die geringere Menge an blähenden Elementen, ist Spitzkohl zudem besser verträglich als die meisten anderen Kohlsorten.
Die Ballaststoffe regen deine Verdauung an und können Verdauungsstörungen sogar lindern.

Um die stark verringerte Blähung durch Spitzkohl noch weiter zu reduzieren, kannst du einfach ein wenig Kümmel mit ins Gericht geben.

Bei Magen- oder Darmproblemen ist Spitzkohl der eine Kohl, den du am ehesten vertragen kannst.
Aber trotzdem solltest du dich in einem solchen Fall vorsichtig herantasten und erst mal den Sommer-Spitzkohl ausprobieren.
Je kleiner und zarter der Kohl, desto besser die Verträglichkeit.

Einkauf & Lagerung

Ein frisch geernteter Spitzkohl hat eine hell grüne Blattfarbe.
Das satte Grün ist deshalb das wichtigste Merkmal beim Einkauf.

Liegt der Kohl schon länger herum, verfärben sich die Blätter immer mehr ins Gelbliche oder bekommen braune Flecken.
Dann solltest du die Finger davon lassen, denn Spitzkohl hält sich nicht besonders lange.

Die äußeren Blätter sollten knackig sein und sich auch fest anfühlen.

Wenn du den richtigen Spitzkohl gefunden hast, dann solltest du ihn am besten sofort verarbeiten. Je länger du damit wartest, desto weniger Vitamine wird er enthalten.

Spitzkohl ist viel zarter als andere Kohlsorten, hält sich deshalb aber auch nur wenige Tage.
Eingewickelt in ein feuchtes Küchentuch kann er im Gemüsefach des Kühlschranks drei bis fünf Tage überleben.

Wenn du zu viel Spitzkohl gekauft hast, kannst du ihn auch einfrieren.
Dazu solltest du ihn kurz blanchieren, damit er beim Auftauen nicht matschig wird.

Zubereitung

Bevor du den Spitzkohl essen kannst, sind ein paar wenige Handgriffe notwendig.

Zunächst solltest du immer die äußeren Blätter und den Strunk entfernen.
Das geht am einfachsten, wenn du den ganzen Kohl erst mal halbierst.
Danach müssen auch die dicken Blattrippen herausgeschnitten werden.

Jetzt kannst du die übriggebliebenen zarten Blätter bei Bedarf in Streifen schneiden und mit kaltem Wasser waschen.

Der kleingeschnittene Kohl braucht je nachdem wie jung er ist nur 5 bis 7 Minuten – egal ob er gekocht, sautiert, angebraten oder nur gedämpft wird.
Um den Geschmack und die Vitamine zu schonen, aber dennoch die Vorteile des erhitzten Spitzkohls zu genießen, solltest du ihn am besten blanchieren oder dünsten.

Natürlich kannst du Spitzkohl auch roh im Salat essen.
Dabei solltest du aber darauf achten, dass du jungen Kohl kaufst, der zartere Blätter hat.
Du kannst die Blätter entweder kurz blanchieren oder das Dressing in den Kohl einmassieren und ein paar Stunden einweichen lassen.

Gerichte mit Spitzkohl am besten frisch essen.
Wie alle Gemüsesorten verliert er beim Aufwärmen nicht nur sein Aroma, sondern auch viele Inhaltsstoffe.

Es gibt so viele Rezepte mit Spitzkohl, wie es unterschiedliche Geschmäcker gibt.
Da ist für jeden etwas dabei.

Einen guten Überblick über mögliche Rezepte findest du hier.

Ein Rezept, das ich demnächst mal ausprobieren werde ist die Pasta mit Spitzkohl und Sonnenblumenkernen von bevegt.
Ich ergänze es, sobald ich Zeit gefunden habe, es nachzukochen.

 

Hast du schon mal mit Spitzkohl gekocht?
Was sind deine Lieblingsrezepte?
Ich freue mich über deine Ideen!

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