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Wo Bio drauf steht, muss auch Bio drin sein!

25. Januar 2016

Bio.
Schutz vor Giftstoffen?
Oder nur Finanzspritze für Unternehmen?

Seit 2002 schon führt das Land Baden-Württemberg das Ökomonitoring-Programm durch.
Lebensmittel aus ökologischem Anbau werden hier stichprobenartig auf Rückstände und Kontaminanten untersucht.
Die interessantesten Ergebnisse der Untersuchung 2014 hab ich hier für euch zusammengefasst.

Gentechnisch veränderte Pflanzen: Mais, Soja und Honig

Gentechnische Veränderungen wurden lediglich beim Soja gefunden.
Die Bio-Produkte schnitten dabei jedoch deutlich besser ab.

In Honig und Mais wurde keine gentechnisch veränderten Bestandteile gefunden.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und bestimmten Kontaminanten in Lebensmitteln pflanzlichen ursprungs

Insgesamt waren über die Hälfte der Bio-Proben ohne nachweisbare Rückstände.
Bei den anderen handelte es sich um Rückstände deutlich unterhalb der Grenze, die darauf hinweisen würde, dass die Wirkstoffe angewendet wurden.

Im Durchschnitt fand man bei den Bio-Proben Obst 0,002 mg Pflanzenschutzrückstände pro kg.
Bei konventionellem Obst wurde durchschnittlich ein 80fach höherer Gehalt festgestellt.

Bei Bio-Gemüse wurde ein mittlerer Pestizidrückstandsgehalt von 0,32 mg/kg festgestellt.
Hier wiesen die konventionellen Proben einen 320fach höheren Gehalt auf.

Insgesamt wurden 3 Bio-Obst-Proben als irreführend gekennzeichnet beanstandet.
Aber keine der Proben hat die vorgeschriebenen Höchstmengen überschritten.

Organische Kontaminanten und Pestizide in Lachs und Milcherzeugnissen aus Schafs- und Ziegenmilch

Die Belastung sowohl mit chlororganischen Kontaminanten und Nitromoschusverbindungen, als auch mit bromierten organischen Kontaminanten ist relativ gering.
Keine der gefundenen Gehalte lag oberhalb der gesetzlichen Höchstmenge.

Quartäre Ammoniumverbindungen traten beinahe ausschließlich bei konventionellen Erzeugnissen auf.

Lachse wurden zusätzlich auf Ethoxyquin getestet.
Während alle konventionellen Proben auffällig waren, wurde lediglich in 13 Biolachs-Proben Ethoxyquin nachgewiesen.
In der Wildlachsprobe konnten keine Kontaminanten nachgewiesen werden.

Dioxine und PCB in Hühnereiern, Lachs und Milcherzeugnissen aus Schafs- und Ziegenmilch

Die hier untersuchten chlororganischen Verbindungen sind besonders persistent und giftig.

In allen drei Produktgruppen wurden in den Proben aus ökologischer Erzeugung höhere Dioxin- und PCB-Gehalten festgestellt als in den Proben aus konventioneller Erzeugung.
In drei der 70 Proben Hühnereier wurden Gehalte oberhalb des gültigen Grenzwertes festgestellt.
Alle Proben Lachs und Milcherzeugnisse wiesen Gehalte unterhalb des Höchstgehalts auf.
Nur in einer Probe Ziegenfrischkäse und einer Probe Ziegenjoghurt wurden bedenkliche Werte des dioxinähnlichen PCB nachgewiesen.

Der Einfluss der Erzeuger auf diese Gehalte ist jedoch gering, da er stark von der Umweltbelastung abhängt und weniger von der Art der Erzeugung.
Eine ausführlichere Darstellung findet ihr in dem Bericht des CVUA Freiburg.

Echtheitsüberprüfung mithilfe der Stabilisotopen-Analytik

Bei der Stabilisotopen-Analytik wird der Stickstoff-Wert als Indikator für die Art der Düngung bei Frischgemüse und der Kohlenstoff-Wert als Indikator für die Art der Futtergrundlage des Milchviehs untersucht.
Im Jahr 2014 wiesen keine der unterschuchten Bio-Proben auffällige Werte auf.

Mikrobiologie bei Rohmilchkäse

Da Rohmilch keinen keimabtötenden Verfahren ausgesetzt wird, können sich hier gesundheitsschädliche Keime ausbreiten und in die weiterverarbeiteten Lebensmittel gelangen.
Von den untersuchten Proben wurden lediglich in zwei Rohmilchkäse-Proben aus konventioneller Produktion gesundheitsschädliche Keime nachgewiesen.
Die Bio-Proben waren allesamt unauffällig.

Fazit

Das Bio-Siegel ist nicht das Maß aller Dinge.

Bei den Dioxin-Werten schneiden die Öko-Produkte sogar etwas schlechter ab als vergleichbare Produkte aus konventioneller Haltung.

Wer jedoch Wert auf gentechnisch unverarbeitete und pestizidfreie Produkte legt, kommt nach wie vor nicht drumherum zu den etwas teureren Bio-Produkten zu greifen.

 

Quellen:

http://oekomonitoring.cvuas.de/berichte.html

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